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Plakat: Tamara Mansaray nach Ernst Hummel, aus der Linolschnittserien 'Weltkrieg' 1946

Die Grafiksammlung 'Mensch und Tod' der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, betreut vom Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, ist eine der bedeutendsten im Kontext der Themen um Totentanz, Vanitas und Memento Mori. Ein essentielles, bislang allerdings wenig aufgearbeitetes Thema ist der Krieg als dauerhafter Begleiter der Menschheitsgeschichte. Entsprechend zahlreich sind die Grafiken, die den Krieg in unterschiedlichster Form und in all seinen Facetten darstellen. Dabei war das Bild vom Krieg einem stetigen Wandel unterworfen. Mit dem Wandel der Kriegsführung – vom Kampf Mann gegen Mann zu Luft- und Seeschlachten – veränderten sich auch die Darstellungen: Vom stolzen Ritter, der im Reigen mit dem Tod diesem wie alle anderen Standesvertreter auch zum Opfer fällt, bis hin zum anonymen Soldaten im Durcheinander des Schlachtengetümmels, bei dem der Tod als General das Kommando führt, den Torpedo abschießt oder die Bomben wirft. Zahlreiche Künstler waren selbst Kriegsteilnehmer und erlebten  den Schrecken der Schlachtfelder, die grausamen Verletzungen und Verstümmelungen hautnah mit. Oder sie waren Zeitzeugen, die Kriegsopfer in der Familie betrauerten.

 

Es ist also an der Zeit, sich diesem Schwerpunkt zu widmen: Studierende der Heinrich-Heine-Universität haben im Rahmen des historischen  Seminares 'Bilder des Krieges' mit Grafiken aus der Sammlung 'Mensch und Tod' eine Online-Ausstellung konzipiert.

Die rund 30 Exponate verteilen sich auf fünf Themenfelder (Ritter und Landknechte, Auf dem Schlachtfeld, Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg und Kalter Krieg) untersuchen das Bild des Krieges als Konstruktion in historischer Perspektive mit seiner kunsthistorischen Ausprägung. Der zeitliche Schwerpunkt liegt auf dem 20. Jahrhundert mit den beiden Weltkriegen, in denen eine massive strategische und technische Entwicklung der Kriegsführung stattfand, die tiefe Spuren in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen hinterließ. Dies waren die Kriege, in denen erstmals mehr Personen durch Kriegseinwirkungen denn durch Infektionskrankheiten starben und in denen moderne Waffen ihre grausame Wirkung sowohl für die Soldaten als auch die Zivilbevölkerung entfalteten. Insbesondere die Erfahrungen auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs, auf denen Soldaten oft bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurden oder nicht geborgen werden konnten und lediglich die Erkennungsmarke auf das individuelle Schicksal hinwies, gruben sich tief in das kulturelle Gedächtnis. Die Angst vor der Atombombe schließlich prägte die Jahre des Kalten Krieges und ließ ein Schreckensszenario für Mensch, Tier und Umwelt am Horizont heraufziehen.

 

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Almut Grytzmann rezitiert 'Kinderkreuzzug 1939', 1941 von Bertold Brecht